Fit in Erste-Hilfe – ein Kurs für Senioren

1.4.2019: Bericht Margret Blascheck (Fotos Edmund Gneist)

 

Am Montag, 1. April startete das DRK – Ortsverein Holzgerlingen-Altdorf e.V. – mit der ersten Gruppe Senioren, um sie fit in Erste-Hilfe zu machen. Der Stadtseniorenrat Holzgerlingen e.V. hatte kräftig Werbung betrieben für dieses Kursangebot.

Beide April Kurse waren bereits nach kurzer Zeit ausgebucht. Dem hat Sandra Binder, Ausbilderin beim DRK Ortsverein Holzgerlingen-Altdorf, sofort Rechnung getragen und weitere Kurstermine im Juni und im Herbst 2019 ermöglicht. Anmeldungen bitte über das
DRK, Kreisverband Böblingen e.V.. Bei Bedarf gibt es weitere Zusatztermine, denn Sandra Binder ist der Meinung, jeder soll die Chance haben, seine Kenntnisse aufzufrischen.

Beim ersten Kurs trafen sich 19 Frauen und Männer, im besten Alter, in den Räumen des DRK in Holzgerlingen. Eine Umfrage unter den Teilnehmenden ergab, dass zwei der Männer noch nie einen Erste-Hilfe Kurs besucht hatten, denn zu der Zeit, als sie den Führerschein erworben hatten, war ein DRK-Kurs noch nicht vorgeschrieben.

Was haben wir gelernt:

Ganz wichtig ist, Ruhe zu bewahren. Keine Scheu zu haben, den Verletzten zu berühren und ihm zu vermitteln, dass wir Hilfe holen und bei ihm sind und auch bei ihm bleiben. Bis der Rettungsdienst eintrifft, der sich beim Absetzen des Notrufs unter der Nummer 112 auf den Weg macht, werden häufig von der Leitstelle die Helfer vor Ort mit alarmiert. Diese Helfer vor Ort sind ortsansässige, ehrenamtliche DRK´ler und deshalb oft sehr viel schneller an der Unfallstelle oder bei einem häuslichen Notfall, als der Rettungswagen.

Wenn ein Notruf abgesetzt wird, ist es wichtig, die genaue Adresse zu nennen und wenn nötig auch als Lotse zu dienen.

Das Thema Sturzprävention wurde erläutert. Also alle Stolperfallen, wie Brücken oder Läufer aus dem Haushalt entfernen. In der Hektik sind es oft die kleinen Dinge, die uns zur Stolperfalle werden können.

Der Patient sollte wenn möglich auf dem Boden gelagert werden, denn wie sagte Sandra Binder „wer auf dem Boden liegt, kann nicht mehr fallen“. Hat der Patient Kreislaufprobleme ohne Schmerzen, werden die Beine hochgelagert. Ist eine wärmende Decke vorhanden, wird der Patient zugedeckt, also so handeln, was einem der gesunde Menschenverstand eingibt.

Am Modell zeigte Frau Binder, was mit der Zunge passiert, wenn der Mensch bewusstlos ist – Kopf sanft nach hinten überstrecken, somit wird der Rachenraum automatisch wieder frei. Mit diesem lebensrettenden Handgriff wird gleichzeitig die Atmung kontrolliert. Wenn der Patient atmet, drehen wir ihn in die stabile Steitenlage und dann kommt das Wichtigste – wieder den Kopf überstrecken!

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung wurde an einer Puppe geübt – als Hilfe für den Rhythmus kann man sich den Beatles-Song „Yellow Submarin“ vorstellen. All diese kleinen Tipps sind es, die den Teilnehmern mit auf den Weg gegeben wurden und somit das Gehörte auch im Gedächtnis bleibt.

Ein weiteres Unwissen wurde ausgeräumt. Die meisten der Teilnehmer sind davon ausgegangen, dass ein Defibrillator die mechanische Herz- Lungen-Wiederbelebung unnötig macht. Dieser dient aber dazu, ein Herzflimmern mit einem Stromstoß zu beheben und dem Erste-Hilfe-Leistenden die weiteren notwendigen Schritte zu beschreiben. Nur in der Verbindung mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung ist dieses Gerät sinnvoll.

Sandra Binder entließ die Gruppe mit dem Wunsch, das neu gewonnene Wissen nie anwenden zu müssen und doch mit dem guten Gefühl, dass wir für den Notfall gut gerüstet sind.