Achtung neue Betrugsmasche

Fast jeder kennt den „Enkeltrick“ oder „falsche Polizisten“ – und trotzdem liest man jeden Tag in der Zeitung, dass wieder ein alter Mensch einem Betrüger aufgesessen ist und einen hohen Betrag verloren hat.

Nun haben sich die Betrüger eine neue Masche einfallen lassen. Hier handelt es sich nur um Kleinbeträge, die sich aber in der Summe wohl doch rechnen. Durch den Lockdown florieren die Geschäfte im Online-Handel. Die Einkäufe werden per Paketdienst nach Hause geliefert. 

Das Opfer erhält eine SMS mit der Nachricht, ein Paket sei auf dem Weg zur Auslieferung. Leider sei die Lieferung aber im Verteilzentrum angehalten worden. Gründe für diesen Aufschub werden nicht genannt, doch in der Krise scheint das ja nicht unrealistisch zu sein. Das Paket kann nun angeblich ausgeliefert und freigegeben werden, wenn eine noch ausstehende Zahlung von 2,00 € getätigt wird. Es reicht ein Klick auf einen Link, man bestätigt die Adresse, an die das Paket geliefert wird, und zahlt die 2,00 €. Ganz allgemein ähnelt die SMS jener, die man nicht selten bei einer echten Lieferung vom Paketdienstleister erhält, wenn das Paket ausgeliefert oder bei der Packstation eingetroffen ist. Zwar ist die zusätzliche Zahlung von 2,00 € ungewöhnlich, aber es passt irgendwie gefühlt in das Verfahren von Lieferungen 

Gerade während der Krisenzeit ist es ganz und gar nicht unwahrscheinlich, dass man tatsächlich gerade etwas bei einem Online-Shop gekauft hat und eine Lieferung erwartet. Die Grundvoraussetzung, dass der Betrug funktionieren kann, nämlich dass tatsächlich ein Paket erwartet wird, ist also in diesen Tagen besonders wahrscheinlich. Dass außerdem Schwierigkeiten irgendeiner Art bei den Lieferungen auftreten, ist ebenfalls nichts Ungewöhnliches. Während der Krise geht bekanntlich kaum etwas die gewohnten Wege. Ein Paket, das im Verteilzentrum festhängt, weil es einen Aufschub bei der Auslieferung gab? Das klingt vollkommen plausibel.

Der Betrag von 2,00 €, der das Paket frei gibt und zur Auslieferung führt, ist in der Höhe ebenfalls im Rahmen und passt zu den üblichen Paketgebühren. Und weil der Betrag so klein ist und nicht weh tut, ist die Vorsicht sehr gering. Schnell werden die 2,00 € gezahlt. Und wenn das dann abertausende Opfer tun, sammeln sich schnell stattliche Beträge an und die Hintermänner verdienen sich ein goldenes Näschen. Die Betrüger sind hier also auf eine Goldader gestoßen. Ein Bonus für die Betrüger: Wegen 2 Euro geht niemand zur Polizei und niemand erstattet bei diesen kleinen Beträgen Anzeige. So können die Kriminellen Ihren scheinbaren “Kleinbetrug” weiter millionenfach abwickeln.

Natürlich ist alles frei erfunden und es gibt gar kein Paket, das auf diesem Wege festhängt. Zwar kann es durchaus sein, dass derzeit Pakete etwas länger brauchen als sonst, hierbei sind allerdings niemals irgendwelche Nachzahlungen notwendig.

* Es können auch andere Beträge als 2,00 € vorkommen. Sehr häufig scheint aber dieser Betrag aufzutreten. Nehmen Sie aber nicht die Höhe der Zahlung als Hinweis auf einen Betrug. Jede dieser “Nachzahlungen”, egal in welcher Höhe, ist ein Betrugsversuch.

Quelle: www.Levato.de